Halten den Bau für bedenklich

Leserbrief Rheinpfalz, 15.12.2009: „Zum geplanten Krematorium auf dem Gelände der stillgelegten Firma Knoeckel und Schmidt an der B 39 bei Lindenberg (Berichte vom 4. und 10. Dezember)

Seit August ist es also beschlossene Sache, erfahren haben es die Lindenberger Bürger offiziell durch die RHEINPFALZ kurz vor der endgültigen Abstimmung bei der letzten Gemeinderatssitzung! Warum dieses Versteckspiel? Hat man Angst vor den Fragen der Bürger? Wie ernst nimmt man ihre Bedenken?

Ich unterstelle nicht, dass sich die Gemeinderatsmitglieder nicht vor der Beschlussfassung über rechtliche Grundlagen informiert hätten. Das zeigt schon die Tatsache, dass auf die „Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung“ (27. Bundesimmissionsschutzverordnung) aus dem Jahre 1997 hingewiesen wurde. Diese reicht jedoch nicht aus [...]. Einzelne Zahnfüllungen können 0,1 bis 0,2 Gramm Quecksilber aufweisen, ein „Hirngift“, das bereits in geringsten Mengen äußerst toxisch ist.

Die vermeintlich beruhigende Aussage, alle „Metallteile müssten vorher entfernt werden“ lässt darauf schließen, dass man nur unzureichend informiert ist. Oder glaubt man tatsächlich, dass Metalle, z. B. Füllungen, Implantate und Ersatzteile, vor der Verbrennung entfernt werden? Wie hat man sich das vorzustellen? In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant zu erfahren, welche Rauchgasvorrichtungen vorgesehen sind. Aktivkohlefilter sind für die Filtration der Quecksilberemissionen nicht besonders geeignet. [...]

Welche Rauchgastreinigungsverfahren will man zur Begrenzung gasförmiger Emissionen einsetzen? Die zulässigen Grenzwerte gelten für die Abgasfreisetzung in die freie Luftströmung, um die Verdünnung und Ausbreitung der Schadstoffe in die Atmosphäre zu gewährleisten- Die vorgeschriebene Mindesthöhe des Schornsteins von 10 Metern ist aufgrund der topografisch ungünstigen Tallage meines Erachtens nach dafür nicht ausreichend. Dies könnte zur Folge haben, dass bei ungünstiger Wetterlage [...] die Abgase des Krematoriums mit all ihren gesundheitsschädigenden Bestandteilen sich in Lindenberg absetzen können. Hat man hierfür auch eine Lösung?

Ich frage mich nun, ob man die oben genannte Problematik bei der positiven Entscheidung für den Bau eines Krematoriums im Vorfeld ausreichend berücksichtigt hat. Den Bau eines Krematoriums am geplanten Standort halte ich aus den genannten Gründen für äußerst bedenklich.

Ich wünsche mir insgesamt einen offeneren Umgang mit dieser Thematik zum Beispiel eine Bürgerversammlung mit zukünftigem Betreiber und Ingenieuren, die diese Anlage planen.“ Brigitte Ort, Lindenberg

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