Eine Bürgerversammlung vor dem Beschluss wäre zu begrüßen gewesen

Leserbrief Talpost, 22.12.2009: Die Bürger/-innen im Tal hätten vorab über das Vorhaben informiert und über die Risiken aufgeklärt werden müssen und nicht durch die Zeitung, wenn die Entscheidung bereits gefallen ist. Eine Bürgerversammlung über das Vorhaben wäre zu begrüßen.
Hier einige Punkte zum Überdenken.

Keine gute Idee, mitten im Pfälzer Wald eine Verbrennungsanlage mit sauerer Emission aufzubauen. Wie lässt sich der Standort mit dem Handlungsprogramm zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald vereinbaren?

Die Kontrollvorschriften sind lückenhaft lt. 03/1997 27. BImSchV auf die sich der Rat beruft. Diese ist nur alle 3 Jahre vom Betreiber wiederholen zu lassen. Neben der Einhaltung der Grenzwerte ist eine Verteilung der Abgase durch die freie Luftströmung gefordert §5. Im Talkessel von Lambrecht ist dies nicht gegeben. Hier stehen die Abgase. Andernorts wurden Standorte in Tallage abgeschmettert.

Zudem sind die Vorschriften für Schwermetalle und weiterer Schadstoffe unzureichend. Bekannt ist, dass Quecksilber, Gifte wie Dioxine und Furane nicht komplett ausgefiltert werden können. Der Quecksilbergrenzwert ist gesetzlich nicht erfasst. Reststoffe, Feinstaub usw. können von der besten Filteranlage nicht zurückgehalten werden. Strahlenbelastetes könnte verbrannt werden.

Ein Störfallrisiko ist immer gegeben, dann geht alles frei raus. Im Schnitt sind 2 pro Jahr zu erwarten (Erfahrungswert vergl. Anlagen). Wie ist der Qualitätsstandart der Anlage? Ist der Betrieb der Anlage zeitlich geregelt? Einäscherungen auch am Wochenende? Grundsätzlich stellt sich hier die Frage, ob im Bereich der Feuerbestattung eine Privatisierung sinnvoll ist.

Für die betroffenen Talbewohner erhöht sich das Gesundheitsrisiko.
Wer möchte in Zukunft im Bereich der Rauchgasemissionen wohnen und hier seine Kinder unüberschaubaren Risiken aussetzen? Entwertung der umliegenden Anwesen ist die Folge.

Der Standort ist daher als äußerst bedenklich einzustufen. Wunschdenken ist, dass keine Umweltbelastlungen durch das Krematorium entstehen.

Bei angenommenen 2000 Verbrennungen/Jahr wird das 8000 An- und Abfahrten von entsprechenden PKWs bedeuten, ohne evtl. Private. Erforderlich könnte eine Änderung der Zufahrt werden. Dem Betreiber sollten vertraglich die Kosten dazu auferlegt werden.“ Wolfgang Simon

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